Die Kunstausstellung von Bildung-s-ART beim Haslinger Hof ist gut besucht.
Alle sind da. Alle finden es wichtig. Alle nicken viel.
Charity.
Kunst.
Guter Zweck.
Opa ist beeindruckt. Nicht von der Kunst allein â sondern davon, wie ein Raum voller Menschen gleichzeitig zustimmend aussehen kann.
đźď¸ GroĂe Worte, kleine Beträge
Man hÜrt Sätze wie:
âSo wichtig, dass es sowas gibt.â
âGerade heute braucht es Engagement.â
âKunst muss Haltung zeigen.â
Opa zeigt Haltung, indem er stehen bleibt und schaut.
Dann sieht er das Schild:
Losverkauf â 5 âŹ
Kunstwerk im Wert von 1300 âŹ
ErlĂśs fĂźr den guten Zweck
Die Gespräche verstummen nicht.
Aber sie werden⌠vorsichtiger.
đď¸ FĂźnf Euro â die moralische Schmerzgrenze
FĂźnf Euro.
Nicht zehn.
Nicht zwanzig.
FĂźnf.
Opa beobachtet, wie Menschen mit ernstem Blick und teuren Brillen plÜtzlich sehr beschäftigt sind. Jackentaschen werden ßberprßft. Handys gezßckt. Termine erfunden.
âEigentlich eine tolle Sacheâ, sagt jemand â und sagt damit alles.
Opa kauft ein Los.
Ohne groĂes Nachdenken.
FĂźnf Euro Ăźberleben die meisten Tage. Und dieser hier verdient es.
â Spenden, aber bitte gefĂźhlt
Beim Kaffee wird weiter diskutiert. Ăber Kunst. Ăber Gesellschaft. Ăber Verantwortung.
Nur nicht Ăźber Geld.
Opa rĂźhrt Zucker in die Tasse und denkt, dass ein guter Zweck offenbar dann besonders gut ist, wenn er nichts kostet.
Das Los steckt in seiner Tasche.
Schwerer als erwartet.
đ§ Fazit eines stillen Beobachters
Ob Opa das Kunstwerk gewinnt, ist offen.
Aber eines ist klar:
Alle fanden die Charity-Ausstellung groĂartig.
Bis sie fßnf Euro gekostet hätte.
Opa steht auf, zieht die Jacke an und nickt noch einmal in den Raum.
Ein letztes Mal.
Nicht, weil er alles verstanden hat.
Sondern weil er weiĂ, dass Haltung manchmal einfach heiĂt, nicht wegzuschauen â und nicht wegzulaufen.
Und irgendwo zwischen Kunst, Kaffee und guten Absichten
liegt ein Los.
FĂźr fĂźnf Euro.
Und ein ziemlich ehrlicher Spiegel.
