Es ist Freitagabend.
Die Einladung zur Kunstausstellung liegt auf dem Tisch â handgeschrieben, mit viel Pathos und einer Spur Acrylfarbe in der Ecke.
Und da steht Opa nun vorm Schrank und fragt sich:
âWas zieht man zu so was an?â
đ€ Leger?
đ Modern?
đ€Ș Oder doch lieber⊠verrĂŒckt?
Nach reiflicher Ăberlegung
(und einem kurzen Blick in die 80er-Jahre der eigenen Stilgeschichte)
fÀllt die Wahl auf folgendes Meisterwerk der Mode:
đ Graues Hemd â klassisch, unaufdringlich
đ WeiĂe Hose â mutig, aber leider mit Farbflecken, die aussehen wie ein verunglĂŒckter Jackson Pollock
đâš Goldene Schuhe â Statement!
đ Und dazu? Eine goldene Fliege.
Weil: Wenn schon Kunst, dann Glanz.
Und dann gehtâs los â
Opa schreitet zur Kunst wie ein Galerist mit CharmeĂŒberschuss.
Die Vernissage ist gut besucht:
Menschen mit langen Schals, kurzen Haaren und sehr langen ErklÀrungen zu sehr kleinen Bildern.
đŒïž An den WĂ€nden:
Ăl, Acryl, Mixed Media, Skulpturen aus altem Werkzeug.
đ§ Auf den Tischen:
Schnittchen mit Lachs, KĂ€sewĂŒrfel mit Fahne, kunstvolle Kekse
und ein Buffet, das Opa TrĂ€nen der RĂŒhrung in die Augen treibt.
âWohin zuerst?â fragt sich Opa.
Die Kunst oder das KĂ€sebuffet?
đ€ Die Laudatio beginnt.
Ein Mann mit Hornbrille rezitiert drei AbsĂ€tze ĂŒber die Wechselwirkung zwischen Farbe und Emotion im Werk
âSchatten des Innerenâ.
Opa nickt.
Dann kommt ein KĂŒnstler auf die kleine BĂŒhne,
zupft an der Gitarre und singt ein Lied ĂŒber Liebe, Leinwand und verlorene Pinsel.
Und: Ăberraschung â das Lied ist tatsĂ€chlich gut!
đ¶ Opa wippt leicht mit seinem goldenen Schuh.
Der Abend zieht sich.
GesprĂ€che ĂŒber Kunst, ĂŒber Technik, ĂŒber
âdas Spiel mit der Leere im Raumâ.
Opa hört zu, nickt â
und bewegt sich dabei zielsicher in Richtung Buffet.
đ„Ș Drei Schnittchen spĂ€ter weiĂ er:
Diese Ausstellung war ein voller Erfolg.
đ€« Und das mit dem Bauch vollschlagenâŠ
sagt er natĂŒrlich niemandem.
AuĂer vielleicht dem Blog.
đ Fazit:
đ Mode: Extravagant.
đœïž Buffet: Ăppig.
đš Kunst: Interpretierbar.
đŹ GesprĂ€che: Philosophisch mit leichtem Prosecco-Unterton.
đŽ Opa: Satt, inspiriert â und bereit fĂŒrs nĂ€chste Kulturabenteuer.
